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Auslandsbezug

Wegzugsteuer — Reform 2022, Höhe, Planbare Vermeidung

Wegzugsteuer trifft Beteiligte an Kapitalgesellschaften beim Verlassen Deutschlands — auch ohne realen Verkauf. Seit der ATAD-Reform 2022 ist die Stundung in EU/EWR-Wegzügen weggefallen, die Belastung kommt sofort. Wer drei bis fünf Jahre vor dem Wegzug strukturiert, kann sie typischerweise halbieren oder ganz vermeiden. Hier finden Sie den Hauptratgeber plus vier Detail-Antworten zu Vermeidungsstrategien, Privatpersonen-Abgrenzung, Einzelunternehmen-Entstrickung und Profisportler-Konstellationen.

Der Hauptratgeber

Wegzugsteuer 2026: Wie hoch, wann fällig, wie planbar
Hauptratgeber

Wegzugsteuer 2026: Wie hoch, wann fällig, wie planbar

Wegzugsteuer in Deutschland 2026: Wer sie zahlt, wie hoch sie ausfällt, welche Stundung greift und wann der Wegzug planbar wird. Hauptratgeber mit Rechenbeispielen, Ländervergleich und Zeitplan.

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Detail-Antworten

Konkrete Fallkonstellationen und Detailfragen rund um Wegzugsteuer — vertiefend zum Hauptratgeber.

Häufig gestellte Fragen

Die Fragen, die mir in der Beratung rund um Wegzugsteuer am häufigsten gestellt werden.

Wie hoch ist die Wegzugsteuer in Deutschland 2026?

Effektiv rund 28,5 Prozent des fiktiven Veräußerungsgewinns der Anteile (60 Prozent Teileinkünfteverfahren nach § 3 Nr. 40 EStG bei 45 Prozent Spitzensteuersatz plus Soli). Bei einer Beteiligung mit 2 Mio. EUR Wertsteigerung wären das rund 555.000 EUR — sofort fällig, ohne dass ein Cent geflossen ist.

Wer muss Wegzugsteuer zahlen?

Personen mit mindestens 1 Prozent Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG, ausländische Kapitalgesellschaft), die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt aus Deutschland verlegen (§ 6 AStG). Reine Privatanleger ohne 1-Prozent-Beteiligungen sind nicht betroffen — ETFs, breite Aktiendepots, Immobilien und Bargeld lösen keine Wegzugsteuer aus.

Was hat die ATAD-Reform 2022 verändert?

Die zinslose unbefristete Stundung bei EU/EWR-Wegzügen ist ersatzlos entfallen. Stattdessen gibt es eine siebenjährige Ratenzahlung mit Sicherheitsleistung — einheitlich für alle Wegzüge, egal ob EU oder Drittstaat (§ 6 Abs. 4 AStG, ATAD-Richtlinie 2016/1164/EU).

Wie funktioniert die Rückkehrerregelung nach § 6 Abs. 3 AStG?

Wer innerhalb von sieben Jahren (auf Antrag bis zu zwölf Jahre) nach dem Wegzug wieder unbeschränkt steuerpflichtig in Deutschland wird, kann die Wegzugsteuer rückwirkend entfallen lassen. Voraussetzung: Glaubhafte Rückkehrabsicht von Anfang an, keine Veräußerung der Anteile im Ausland und keine endgültige Verfestigung der Auslandsansässigkeit.

Wie lässt sich Wegzugsteuer legal vermeiden?

Drei Hauptwege: (1) Rückkehrerregelung bei befristetem Aufenthalt, (2) Schenkung der Anteile vor Wegzug an inländische Personen unter Nutzung der Schenkungsteuer-Freibeträge (§ 16 ErbStG), (3) Strukturwechsel über Holding, Familienpool oder Familienstiftung. Drei bis fünf Jahre Vorlauf sind realistisch.

Sind Privatpersonen mit ETFs und Immobilien betroffen?

Nein. ETFs sind Anteile am Fonds, nicht an einzelnen Gesellschaften. Immobilien, Anleihen, Bargeld, Krypto lösen keine Wegzugsteuer aus. Nur direkte Kapitalgesellschaftsanteile ab 1 Prozent unterliegen § 6 AStG. Wer als reiner Anleger geht, hat andere steuerliche Themen (DBA, Quellensteuer), aber keine Wegzugsteuer.

Was ist mit Einzelunternehmen und Freiberuflern?

Bei Einzelunternehmern greift § 6 AStG nicht. Stattdessen gelten die Entstrickungsregeln des § 4 Abs. 1 Satz 3 EStG. Stille Reserven (Goodwill, Kundenstamm) werden bei Wegzug aufgedeckt — es sei denn, eine inländische Betriebsstätte bleibt erhalten (§ 12 AO) oder vorher wurde in eine GmbH eingebracht (§ 20 UmwStG).

Warum sind Profisportler besonders betroffen?

Profisportler halten typischerweise eine Image-Rechte-GmbH zu 100 Prozent — weit über der 1-Prozent-Schwelle. Bei Wegzug nach Monaco oder in die Schweiz fällt die volle Wegzugsteuer in Deutschland an, unabhängig von den Steuervorteilen im Zielland. Strukturierung 5 bis 7 Jahre vor Karriere-Ende ist Pflicht.

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